Maulbeere

 
 
 
Maulbeeren waren bis ins 17. Jahrhundert hinein ein beliebtes Obst, sind heute aber nur noch selten in unseren Gärten zu finden. Maulbeeren gehören zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Die Griechen verehrten die Früchte einst als Nahrung der Götter, bei den Römern galten die Bäume als Sitz der Weisheit. Der schwarze und der weiße Maulbeerbaum stammen aus dem Vorderen Orient. Sie können bis zu 15 m hoch wachsen.
Der weiße Maulbeerbaum liefert Blätter, die als Nahrung für die Seidenraupenzucht dienen. Die Seidenraupenkultur ist bereits seit 4500 Jahren bekannt.
Der schwarze Maulbeerbaum ist ein mittelgroßer, laubabwerfender Baum. Er bildet kleine, grünliche Blüten. Seine Früchte erinnern an Brombeeren. Sie sind sauer, in vollreifem Stadium auch zuckersüß. Aus ihnen kann Saft gewonnen werden, der ein erfrischendes Getränk liefert. Aus getrockneten Früchten des Maulbeerbaums wurde Tee zubereitet. Dieser galt als wirkungsvolles Heilmittel bei Entzündungen im Mundraum.
Die Früchte dienten auch zum Färben von Wolle oder Stoffen und als Tierfutter. Mit dem harten Holz konnte man gut bauen und Möbel herstellen.
Seit 1024 steht in der Benediktinerabtei Brauweiler ein tausendjähriger Maulbeerbaum, unter dem der Legende nach die Tochter Kaiser Ottos II., Mathilde, die Klostergründung beschloss.