Kräuter und Gewürze

 
 
 
Steh auf Nordwind, und komm Südwind, und wehe durch meinen Garten, dass der Duft seiner Gewürze ströme!
Kräuter und Gewürze hatten in biblischen Zeiten ganz unterschiedliche Bedeutung.
Um der meist wenig abwechslungsreichen Nahrung Aroma zu verleihen und diese so auch über längere Zeit essen zu können, brauchte es Gewürze.
Das ist auch heute noch so. In Ländern mit überwiegend Reis- oder Maismahlzeiten wird kräftig und scharf gewürzt.
Viele der Kräuter, die in der Bibel vorkommen und die als Würzmittel verwendet wurden, wuchsen im Überfluss.
In diesem Sinn werden die Pharisäer und Schriftgelehrten angeklagt: Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer! Ihr Heuchler! Sogar von Küchenkräutern wie Minze, Dill und Kümmel gebt ihr Gott den zehnten Teil. Aber die viel wichtigeren Forderungen Gottes nach Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue sind euch gleichgültig.
Die Bibel verrät uns auch eine Menge über die heilende Wirkung vieler Kräuter. Wir sind es nicht gewohnt, biblische Geschichten aus dieser Perspektive zu hören.
Im Alten Testament lesen wir: Der Herr lässt die Arznei aus der Erde wachsen und ein vernünftiger verschmäht sie nicht.
Zum Alltagswissen der Menschen gehörte die heilende Wirkung vieler Kräuter zu kennen. So werden in der Bibel die Heilkräfte von Senf, Kreuzkümmel, Minze, Lorbeer, Zimt, Knoblauch oder auch Aloe beschrieben.
Die Bibel berichtet auch von Kräutern, die sehr wertvoll sind, sogar als Geschenke für besondere Situationen. Die Weisen aus dem Morgenland bringen Jesus ihre Schätze mit, u.a. Weihrauch und Myrrhe. Sie waren jedoch in Palästina keine heimischen Pflanzen, sondern wurden über lange Handelswege eingeführt und waren deshalb auch teuer.