
Aus Psalm 1:
Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen noch tritt auf den Weg der Sünder noch sitzt, wo die Spötter sitzen, 2 sondern hat Lust am Gesetz des Herrn und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht! 3 Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl.
Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen noch tritt auf den Weg der Sünder noch sitzt, wo die Spötter sitzen, 2 sondern hat Lust am Gesetz des Herrn und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht! 3 Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl.
Ich sehe ihn vor mir, den Baum, gepflanzt an einem Bach. Mit starken Wurzeln und kräftigen Wurzeln. Viele grüne Blätter streckt er in die Luft, die im Wind leise rauschen.
So fest verankert ist ein Mensch, der auf Gott vertraut. So stark, so in sich ruhend. Er steckt fest in der Erde und streckt sich doch zum Himmel. Er gehört zur Erde und sehnt sich nach Gott. Ein Mensch ist wie ein Baum, und ein Mensch, der auf Gott vertraut, ist wie ein Baum, der am Wasser steht.
Ein schönes Bild. Und bei weitem nicht das einzige, in dem die Bibel von Bäumen spricht. Berühmt sind die Bäume, die Gott in das Paradies pflanzt: der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis. Gott verbietet den beiden ersten Menschen, Adam und Eva, von diesen Früchten zu essen. Aber sie essen trotzdem davon, und Gott vertreibt sie aus dem Paradies. Auf Bildern sieht man oft, wie Adam und Eva einen Apfel essen. Dabei steht in der Bibel gar nicht, welche Frucht es war, es heißt schlicht: Frucht. Der Apfel wurde gewählt, weil er groß genug ist, um ihn auf Bildern einfach malen zu können. Und weil im Griechischen und Lateinischen das Wort für Böse und für Apfel fast gleich klingen: malum und mallum. Eva und Adam tun etwas Böses, wenn sie die Frucht essen – da liegt die Verbindung zum lateinischen Wort für Apfel nahe.
Neben dem Baum der Erkenntnis – dem „Apfelbaum“ – steht im Garten Eden noch ein zweiter Baum, von dem Adam und Eva nicht essen sollen: der Baum des Lebens. Das Symbol des Lebensbaums findet sich in vielen Religionen. Ein Baum lebt viel länger als ein Mensch, manche Bäume werden über 1000 Jahre alt. Und ein Baum kann über seine Schösslinge beinahe ewig leben. In der Bibel, im Buch Hiob heißt es: „Ein Baum hat Hoffnung, auch wenn er abgehauen ist; er kann wieder ausschlagen, und seine Schösslinge bleiben nicht aus. Ob seine Wurzel in der Erde alt wird und sein Stumpf im Staub erstirbt, so grünt er doch wieder vom Geruch des Wassers und treibt Zweige wie eine junge Pflanze. Stirbt aber ein Mann, so ist er dahin.“ Ein Baum lebt weiter, der Mensch muss sterben. Deshalb ist der Baum das Zeichen des Lebens.
Die Bibel wurde auf Hebräisch und Griechisch geschrieben. In beiden Sprachen wird zwischen lebendigem „Baum“ und totem „Holz“ nicht unterschieden. Wenn es in der Bibel heißt, dass Jesus am hölzernen Kreuz starb, ist damit mitgedacht, dass dieses Holz auch Leben ist. In einem Kirchenlied heißt es: „Holz auf Jesu Schultern, von der Welt verflucht, ward zum Baum des Lebens und bringt gute Frucht.“ Aus dem Toten entsteht neues Leben, ja, Tod und Leben hängen zusammen. Daran glauben wir Christen und freuen uns an jedem Baum, der uns an das Leben erinnert.